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Vorträge im NHM Wien zur Ausstellung "Wie alles begann"

Wissenschafter des Instituts für Hochenergiephysik der ÖAW und Gastvortragende präsentieren die neuesten Forschungsergebnisse der Astronomie und Teilchenphysik.

Gültige Eintrittskarte ins NHM Wien erforderlich. Der Besuch des Vortrags ist frei.


"CMS - The Art of Science" von Michael Hoch

Termin: Mittwoch, 19. Oktober 2016 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Michael Hoch, CERN

Führung: Marko Dragicevic, HEPHY

Der Physiker als Künstler: Michael Hoch fotografierte die einzigartige Wunderkammer der Wissenschaft CMS (Das Compact-Muon-Solenoid-Experiment) am Forschungszentrum CERN in Genf. Der Fotoband "CMS - The Art of Science" ist im März 2016 in der Edition Lammerhuber erschienen. Buchpräsentation und Vortrag von Michael Hoch, anschließend Kurzführungen mit dem Teilchenphyiker Marko Dragicevic in der Ausstellung "Wie alles begann. Von Galaxien, Quarks und Kollisionen".

Foto: Michael Hoch


"Der verbotene Kopernikus" von Christian Pinter

Termin: Mittwoch, 30. November 2016 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Christian Pinter, Wissenschaftsjournalist

Nikolaus Kopernikus zögerte Jahrzehnte lang, sein neues Weltbild der Druckerpresse anzuvertrauen. Seine Kosmologie widersprach dem Augenschein. Würde sich die Erde tatsächlich bewegen, hätte sich die Menschheit seit jeher getäuscht. Theologen leugneten die Erdbewegung unter Hinweis auf Bibelzitate. Erste Kritiker waren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die katholische Kirche trat erst ein Dreivierteljahrhundert später auf den Plan, dann jedoch umso entschiedener: 1616 wurde es untersagt, das kopernikanische Weltbild zu lehren. Wie kam es wirklich zu diesem Schritt -  und welche Folgen hatte er für die Wissenschaft?


"Cosmic ripples from black holes and the big bang" von Marc Kamionkowski

Termin: Donnerstag, 1. Dezember um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Marc Kamionkowski, John Hopkins University, Baltimore

Vortrag in englischer Sprache.

Vor 100 Jahren sagte Einstein etwas vorher, das lange Zeit nicht direkt beobachtet werden konnte: Beschleunigte Massen lösen Wellen aus. Albert Einstein nannte sie Gravitationswellen. Sie verursachen Stauchungen und Streckungen von Abständen und verändern somit den Raum selbst. Am 14. September 2015 gelang es, Gravitationswellen mit Detektoren direkt nachzuweisen. Diese aufgezeichneten Wellen stammen aus der Kollision zweier Schwarzer Löcher, die bereits über eine Milliarde Jahre zurückliegt. Der theoretische Physiker und Kosmologe Marc Kamionkowski erklärt dieses Phänomen und präsentiert Theorien, die Schwarze Löcher mit Dunkler Materie in Verbindung bringen. Weiters stellt er aktuelle Forschungsprojekte und laufende Experimente vor, die versuchen, Gravitationswellen aus der Zeit des Urknalls nachzuweisen.

Foto: Credits: R. Hurt/Caltech-JPL


"Dunkle Materie beobachten" von Arnold Hanslmeier

Termin: Mittwoch, 14. Dezember 2016 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Arnold Hanslmeier, Universität Graz

Das Universum scheint nicht nur aus beobachtbarer Materie zu bestehen. Es gibt Hinweise auf eine Materieform, die wir mit unseren Teleskopen nicht sehen können, diese wird dunkle Materie genannt. Welche Hinweise auf diese geheimnisvolle Materieform gibt es und wie kann man sie entdecken? Arnold Hanslmeier gibt einen Überblick über den aktuellen Wissensstand und präsentiert  eigene Beobachtungen.

Foto: NASA/ESA/Richard Massey (California Institute of Technology)


"Die Beschleunigung der Architektur" von Matias del Campo

Termin: Mittwoch, 21. Dezember 2016 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Matias del Campo, SPAN Architects, Wien

Matias del Campo und Sandra Manninger von SPAN Architects waren im Frühjahr 2016 als Accelerate@CERN-Stipendiaten am CERN. Der Vortrag präsentiert, wie die Architektur von SPAN zwischen wissenschaftlichem Diskurs und künstlerischer Sensibilität oszilliert und sich so unmittelbar in unserer Gegenwart positioniert. Im Speziellen der Aufenthalt am CERN hat den Horizont dieser Einflüsse erweitert und das Verständnis des Aufbaus unserer Welt vergrößert. Es ist ein Ort, an dem man intensiv spürt, wie wissenschaftliche Neugier den Blickpunkt auf die Materialität der Welt verändert. Architektur ist eine Disziplin, die unmittelbar mit der Organisation von Materie im Raum verbunden ist. Jede neue Einsicht in den Aufbau von Materie, und deren Einfluss auf ihre geometrischen Eigenschaften, hat massive Auswirkungen auf die Formulierung von Architektur.

Foto: Takky Tak, Matias del Campo


"Alles Quark? - Das Standardmodell der Teilchenphysik" von Jochen Schieck

Termin: Mittwoch, 11. Jänner 2017 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Jochen Schieck, HEPHY und TU Wien

Die Frage nach den fundamentalen Bausteinen der Materie beschäftigt die Menschheit schon seit der Antike. In der Vergangenheit ist die Anzahl der als fundamental betrachteten Bausteine mit verbesserten Nachweismethoden stetig angestiegen, solange bis neu entwickelte physikalische Theorien Symmetrien zwischen den einzelnen Bausteinen aufdeckten und mehrere Bausteine zu wenigen, fundamentaleren Bausteinen gruppiert wurden. In der modernen Physik werden die uns bekannten fundamentalen Bausteine der Materie, die Quarks und die Leptonen, durch das Standardmodell der Teilchenphysik beschrieben. Die Wechselwirkungen zwischen diesen Bausteinen werden durch den Austausch von fundamentalen Bausteinen beschrieben. Im Vortrag werden die Methoden der Teilchenphysik vorgestellt und das Standardmodell mit seinen Bestandteilen diskutiert.

Foto: CERN; Photograph: T. McCauley; L. Taylor


Weltraumteleskope - Der tiefe Blick ins Universum

Termin: Mittwoch, 25. Jänner 2017 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Werner Zeilinger, Universität Wien


"Vergangenheit und Zukunft des Universums und unserer kosmischen Heimat" von Franz Kerschbaum

Termin: Mittwoch, 22. Februar 2017 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Franz Kerschbaum, Universität Wien

Für Jahrtausende stand der Himmel für haltgebende, verlässliche Statik in einer oft chaotisch unverstandenen Umwelt. Nur die Wandelsterne oder Planeten sorgten zwischen den Fixsternen für ein wenig, wenngleich mehr und mehr berechenbare Unruhe. Wenn wir heute vom dynamischen Kosmos, der Sternentwicklung oder dem Materiekreislauf sprechen, steht dies im krassen Gegensatz zum überkommenen Bild. Die moderne Astrophysik vor allem des letzten Jahrhunderts hat dem Universum die Ruhe und Statik gehörig ausgetrieben. Wie selbstverständlich blicken wir heute in Vergangenheit und Zukunft der Erde, der Sonne, unserer Milchstraße oder gar des ganzen Universums - und viele dieser Einsichten berühren oft direkter als erwartet uns selbst in unserer stofflichen Existenz. Der Vortrag bietet einen aktuellen Blick auf unser heutiges Weltbild in Form einer viele Milliarden Jahre zurücklegenden Zeitreise.

Foto: ESO


"Physik trifft Medizin" von Ulrike Mock und Thomas Schreiner

Termin: Mittwoch, 8. März 2017 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragende: Ulrike Mock und Thomas Schreiner, MedAustron, Wr. Neustadt

In Wiener Neustadt entsteht mit MedAustron eines der modernsten Zentren für Ionentherapie und Forschung. Die Ionentherapie ist eine innovative Form der Strahlentherapie zur Krebsbehandlung, bei der die Bestrahlung mittels geladener Teilchen - Protonen oder Kohlenstoffionen - erfolgt. Diese Therapiemethode verdanken wir der Teilchenphysik: die besonderen Eigenschaften der Ionen ermöglichen es, die nötige Strahlendosis präzise im Tumor zu platzieren und dadurch das umliegende Gewebe besser zu schonen.  Um diese Form der Bestrahlung sowohl mit Protonen als auch mit Kohlenstoffionen zu ermöglichen, ist ein Teilchenbeschleuniger nötig, der bei MedAustron in enger Zusammenarbeit mit dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN entwickelt wurde. Neben der medizinischen Anwendung wird an der MedAustron-Beschleunigeranlage auch nichtklinische Forschung betrieben werden. Dabei wird ein breites Spektrum an Forschungsprogrammen in der medizinischen Strahlenphysik und Strahlenbiologie bearbeitet. Auch auf dem Gebiet der Experimentalphysik wird die Beschleunigeranlage einen starken Impuls liefern.
Wie funktioniert die Ionentherapie? Wie kann man sich den Teilchenbeschleuniger bei MedAustron vorstellen? Diese und noch mehr Fragen werden die Medizinerin Univ.-Doz. Dr. Ulrike Mock und der Physiker Mag. DI Dr. Thomas Schreiner in ihrem Vortrag beleuchten.

Foto: MedAustron


"Illuminati - Fiktion & Fakten" von Markus Friedl

Termin: Mittwoch, 22. März 2017 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Markus Friedl, HEPHY

Im Buch und Film Illuminati (Original: Angels & Demons) spielt Antimaterie, die am Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) des CERN hergestellt wurde, eine dramatische Rolle: sie droht als Zeitbombe den Vatikan zu vernichten. Doch wie realistisch ist solch ein Szenario? Könnte Antimaterie vom CERN tatsächlich gefährlich werden, wenn sie Terroristen oder anderen dunklen Mächten in die Hände fällt?
Diese Fragen werden im Vortrag von Markus Friedl, Elektrotechniker am Institut für Hochenergiephysik, ausführlich behandelt. Darüber hinaus wird das Forschungsinstitut CERN vorgestellt - mit den zahlreichen Superlativen des echten LHC, die in Illuminati gar nicht vorkommen.

Foto: CERN


"Entdeckungen im Universum: Instrumente für die Kosmologie" von Bruno Leibundgut

Termin: Mittwoch, 26. April 2017 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Bruno Leibundgut, European Southern Observatory (ESO), Garching

Unser Verständnis des Weltalls hat sich mit den Beobachtungsmethoden verändert. Vor hundert Jahren wurde vehement diskutiert, ob die Milchstraße das ganze Universum darstellt oder ob weitere "Sterneninseln" existieren. Die bekannte Größe des Universums hat sich seither um vieles vervielfacht und die Erkenntnis, dass das Universum in einem Urknall entstanden ist, hat sich gefestigt. Wichtige neue Beobachtungsmethoden des elektromagnetischen Spektrums haben zu diesem neuen Weltbild beigetragen. Astronomische Beobachtungen haben gezeigt, dass wir sowohl zusätzliche Materie wie auch eine abstoßende Komponente benötigen, um die Geschichte des Universums zu verstehen. Dunkle Materie und Dunkle Energie sind ein wichtiger Bestandteil des heutigen Weltbildes. Neue Teleskope und Beobachtungsinstrumente werden in den kommenden Jahren dieses Weltbild ergänzen und möglicherweise erweitern.

Foto: ESO


The highest energy particles are from the sky

Termin: Donnerstag, 4. Mai 2017 um 17:00 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Prof. Sijbrand de Jong, President of CERN Council, Pierre Auger Observatory

The highest energy elementary particles are found in cosmic rays. These particles are produced somewhere in the universe after which some of them hit the Earth's atmosphere and few of those are detected by men. To still see a few of the highest energy cosmic rays requires very large observatories, such as the 3000 square kilometer Pierre Auger Observarory. Over the past century many remarkable facts on cosmic rays have been found. But for those at the highest energies the fundamental questions: What are they? Where they come from? and How they were produced?, offer a lively field of research.

Foto: NHM Wien, Kurt Kracher


Ein bewohnbares Universum?

Termin: Mittwoch, 10. Mai 2017 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Theresa Lüftinger, Universität Wien

Tausende Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sogenannte Exoplaneten, wurden bereits entdeckt. Mit diesen Entdeckungen rückt natürlich auch die Frage nach anderen Lebensformen im Universum ins Zentrum. Noch haben wir nur wenige Anhaltspunkte dafür, unter welchen Bedingungen sich lebensfreundliche Umgebungen im Kosmos bilden können, aber wir können immer besser die Bedingungen eingrenzen, die für erdähnliches Leben unumgänglich sind. In diesem Vortrag werden einige der wichtigsten astrophysikalischen Mechanismen beleuchtet, die Planeten überhaupt erst "habitabel" machen - oder ebendies verhindern. Neue, leistungsfähige Teleskope auf der Erdoberfläche und im Weltraum versprechen in den kommenden Jahren spannende neue Erkenntnisse und zweifellos zahlreiche Überraschungen.

Foto: NHM Wien, Kurt Kracher


Wohin die Anti-Materie im Universum verschwunden ist

Termin: Mittwoch, 7. Juni 2017 um 18:30 Uhr

Ort: Vortragssaal des Naturhistorischen Museum

Vortragender: Christoph Schwanda, HEPHY

In der Teilchenphysik gibt es zu jedem Teilchen ein Spiegelteilchen, z.B. zum Elektron das Positron. Ganze Atome, Moleküle oder sogar makroskopische Objekte lassen sich aus diesen Anti-Teilchen zu Anti-Materie zusammenbauen. Nur: Die Astronomen finden keinen Hinweis auf diese Anti-Materie im heutigen Universum. Wohin ist sie also verschwunden, wenn gemäß den Gesetzen der Teilchenphysik Materie und Anti-Materie zu gleichen Teilen beim Urknall entstanden sind?

Man nimmt heute an, dass tatsächlich etwas mehr Materie als Anti-Materie im frühen Universum vorhanden war, sodass nach Abkühlung des Universums und Annihilation von Teilchen und Anti-Teilchen nur mehr dieser kleine Rest heute vorhanden ist. Damit etwas mehr Teilchen als Anti-Teilchen im frühen Universum entstehen, muss es auf elementarer Ebenen einen Unterschied zwischen einem Teilchen und seinem Spiegelbild geben, den man wissenschaftlich als die sogenannte CP-Verletzung bezeichnet.

Das japanische Belle-Experiment, an dem das österreichische Institut für Hochenergiephysik der ÖAW maßgeblich beteiligt ist, hat wesentliche Beiträge zur Erforschung der CP-Verletzung geliefert, die durch den Physik-Nobelpreis 2008 an Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa gewürdigt wurden. In diesem Vortrag erläutert Christoph Schwanda die Ergebnisse dieses Experiments und die österreichischen Beiträge zum Belle-Experiment.